Vogelgesang – wieso, weshalb, warum?

Wieso singen Vögel überhaupt, weshalb sind viele von ihnen nur in den frühen Morgenstunden zu hören und warum sind die Vogelmännchen für den Gesangsunterricht der Jungtiere verantwortlich? Die Antworten auf diese Fragen bekommst Du in unserem heutigen Magazinbeitrag.

Die letzten Wochen des Julis sind für alle Liebhaber des Vogelgesangs die schönste Zeit des Jahres. In diesen Wochen veranstalten nämlich besonders viele Vogelarten ihre Konzerte unter freiem Himmel. Mit ein wenig Glück kann man in Deutschland schon kurz nach Weihnachten die ersten Vögel singen hören. Richtig auf ihre Kosten kommen Vogelfreunde ab Januar. Anfangs lassen sich vor allem Kohlmeisen und Blaumeisen belauschen, nur kurze Zeit später kommen dann fast täglich neue Arten hinzu. Die Temperaturen spielen dabei keine entscheidende Rolle, denn Vögel lieben es, auch bei eisiger Kälte zu singen. Entscheidend für den Beginn der Konzertsaison ist das Licht. Wenn die Tage länger werden, starten die ersten Tiere mit ihrem Gesang. Bei sonnigem Wetter sind sie übrigens ganz besonders aktiv – wem wäre dann nicht auch nach singen zumute?

Die Vogeluhr

In den frühen Morgenstunden kann man teilweise den Eindruck bekommen, dass die Vögel vor unseren Fenstern wild durcheinander jubilieren. Doch in Wahrheit herrscht unter den Sängerknaben eine strenge Ordnung. Jede Vogelart hat eine feste Zeit, zu der sie ihr Können unter Beweis stellt. Bereits eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang hat zum Beispiel der Gartenrotschwanz seinen Auftritt. Eine halbe Stunde später kann man dann dem Rotkehlchen lauschen. Der Star lässt deutlich später von sich hören und wartet so lange, bis die Sonne schon fast komplett aufgegangen ist. In der Zeit bis zum Sonnenaufgang kommt es selbstverständlich auch zu Überschneidungen zwischen den verschiedenen Vogelarten. Tiere derselben Spezies fallen sich jedoch normalerweise nicht ins Wort und passen die Singpausen ihrer Artgenossen ab. Das sich täglich wiederholende, morgendliche Vogelstimmenprogramm wird häufig auch als Vogeluhr bezeichnet. Wer den Auftritt seines gefiederten Lieblings nicht verpassen möchte, der sollte sich am besten einen Wecker stellen.

Ornithologen haben herausgefunden, dass Stadtvögel deutlich früher mit dem Singen beginnen als ihre Artgenossen auf dem Land. Die Forschenden führen dies auf die anderen Helligkeitsverhältnisse aufgrund von künstlicher Beleuchtung im urbanen Raum zurück. Auch die Klangfarbe und Lautstärke ihres Gezwitschers passen die Tiere an ihre Umgebung an. So singen Stadtvögel zumeist deutlich lauter, um sich gegen den Straßenlärm durchzusetzen, und Vögel, die beispielsweise im Wald leben, gleichen die von ihnen produzierten Tonfrequenzen an die akustischen Gegebenheiten an. Aber warum singen Vögel überhaupt?

Reine Männersache

Das Singen erfordert von den Vögeln eine enorme Kraftanstrengung, und aus diesem Grund beschränken sich die meisten Tiere auch auf die Paarungs- und Brutzeit sowie auf die frühen Morgenstunden. Es wird angenommen, dass der morgendliche Gesang auf die besonders günstigen klimatischen Bedingungen zu Beginn des Tages zurückzuführen ist. Darüber hinaus gibt es weitere pragmatische Gründe: Insekten, eine ihrer Nahrungsquellen, starten etwas später in den Tag, und so bleibt den Vögeln, nachdem sie ihr Gesangsprogramm absolviert haben, noch genügend Zeit zur Jagd nach Futter. Die Motivation für den Gesang der Vögel ist meistens praktischer Natur – auch wenn es heutzutage als bewiesen gilt, dass einige von ihnen durchaus auch aus reiner Freude zu trillern beginnen. Der Gesang ist übrigens fast ausschließlich Männersache, die Vogelweibchen verfügen über deutlich weniger Musikalität. Die ausgeprägte Sangeslust der Vogelmännchen ist vor allem auf zwei Dinge zurückzuführen: Zum einen wollen sie ihr Revier gegenüber anderen Männchen markieren, zum anderen wollen sie potentielle Partnerinnen bezirzen. Wenn sich ein Weibchen gefunden hat und der Nachwuchs geschlüpft ist, dann ist das Männchen für den Gesangsunterricht der Jungen zuständig. Vogelgesang wird den Nachkommen nämlich nicht ins Nest gelegt, sondern ist Übungssache. Wird ein Junges nach der Geburt von der Familie getrennt, so erlernt es diese Fähigkeit nicht. Die Möglichkeit zum Gesang ist bei Vögeln nicht wie beim Menschen auf Stimmbänder und Kehlkopf zurückzuführen. Vögel verfügen über eine Membran am unteren Ende der Luftröhre, welche, wenn sie in Schwingung gerät, Töne erzeugt.

3 Ausnahmetalente

Die Nachtigall: Der Gesang der Nachtigall ist nicht nur betörend schön, sondern, wie ihr Name schon verrät, kann man ihr angenehmes Getriller in den Abendstunden genießen.

Der Kakapo: Der Kakapo ist eine Papageienart aus Neuseeland. Das Tier kann einen Ruf aussenden, der so laut ist, dass man ihn aus mehr als fünf Kilometern Entfernung noch hören kann.

Das Rotkehlchen: Der Gesang des Rotkehlchens ist das ganze Jahr zu vernehmen, und das Beste ist: Männchen und Weibchen singen häufig im Duett.

Autor: Tim

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2021-08-29T21:36:36+02:00

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