Neue Studie bestätigt: Zwitschern wirkt

Neue Studie bestätigt: Zwitschern wirkt





Eine Studie der University of Exeter kommt zu dem Ergebnis, dass sich Naturgeräusche positiv auf unsere psychische Gesundheit auswirken. Im Rahmen des BBC-Programms „Forest 404“ wurden Daten von über 7.500 Menschen erhoben. Ergebnis: Vogelzwitschern eignet sich besonders gut, Stress zu lindern und geistiger Müdigkeit vorzubeugen. Wir stellen das Wichtigste dazu vor. 


In der aktuellen Studie wurde den Probanden eine Auswahl von Naturgeräuschen vorgespielt. Sie stammten aus den Rubriken Wälder, Küstengebiete, ländliche Regionen sowie Unterwasser. Jedes Geräusch sollte danach bewertet werden, wie sehr es in der Lage ist, Stress und Müdigkeit zu lindern. Die besten Bewertungen erhielten die Naturgeräusche aus den Wäldern. Allen voran das Zwitschern von Vögeln. Sie sind besonders gut geeignet, uns intuitiv zu entspannen und erfrischend zu wirken. 


Vogelzwitschern entspannt besonders gut
Das größte Entspannungs-Potenzial bietet das Zwitschern exotischer Vögel aus dem Regenwald. Auf Platz zwei landete der Gesang heimischer Singvögel. Die Forscher spielten den Gesang der Amsel vor, ihr Zwitschern wurde ebenfalls als sehr entspannend empfunden. Danach folgten Natursounds vom Strand, dann Klänge aus dem ländlichen Raum und im Anschluss Unterwassergeräusche. Wichtig ist, dass die Tierstimmen authentisch in ihre natürliche Umgebung eingebettet sind, um gut zu wirken. 

Zwitschern stärkt das Umweltbewusstsein
Das Erleben der positiven Klangwirkungen trug zu einem besseren Verständnis von Natursounds bei. Neben den positiven Auswirkungen auf ihr Wohlbefinden sollten die Probanden auch angeben, wie hoch ihre Motivation ist, die natürliche Umgebung zu schützen, aus der die Geräusche stammen. Je höher die Wirkung war, desto höher fiel die Bereitschaft zum Umweltschutz aus. Auch hier lag der Regenwald vorn, gefolgt von heimischen Wäldern, der Küste, dem Meer, dem ländlichen Raum. Die Wirkung der Naturklänge steigert also das Wohlbefinden und zugleich das Umweltbewusstsein. 

Intensivere Nutzung von Klangwirkungen
Eine der Empfehlungen der Studie ist, die nachgewiesenen Wirkungen von Naturklängen besser zu nutzen. Eine Möglichkeit ist die Einrichtung von öffentlichen Naturzonen, in denen Klänge bewusst genutzt werden, um zu entspannen und frische Energie zu tanken. Biophony, also die Akustik einer natürlichen Umgebung, sollte in Zukunft als Indikator für die Gesundheit des Ökosystems dienen. Je vielfältiger die natürlichen Klänge, desto vitaler ist es und desto vielfältiger die positiven Wirkungen. So könnte Biophony auch dazu genutzt werden, urbane Lebensräume lebenswerter für alle zu machen. Neben optischen Aspekten sollten im öffentlichen Raum mehr akustische Aspekte berücksichtigt werden. 

Die Verbindung zur Natur wieder stärken
Die Studie der University of Exeter ist Bestandteil der preisgekrönten BBC Serie „Forest 404“, die interdisziplinär faktische, fiktionale und experimentelle Elemente miteinander kombiniert. Damit macht sie wissenschaftliche Erkenntnisse einem breiten Publikum zugänglich. Ein Ziel der Macher ist, in unserer stark technisierten Welt die Verbindung der Menschen zur Natur wieder zu stärken. Aus dem nur allzu menschlichen Grund: Weil wir das am besten schützen, was wir kennen und lieben. 

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